Was wir von Peer Steinbrücks Stinkefinger lernen können

Die Bundestagswahlen sind seit zwei Monaten vorbei, inzwischen werden die Koalitionsverhandlungen gerade abgeschlossen. Was ist uns von diesem farblosen Wahlkampf noch in Erinnerung geblieben? Ein Ereignis stach besonders heraus: Peer Steinbrücks Stinkefinger. Wenn man weiter nachdenkt, fallen einem noch weitere markante Ereignisse ein, die vor allem den glücklosen SPD-Kanzlerkandidaten betrafen. Vieles andere, vor allem die Wahlinhalte der Parteien, sind längst Vergangenheit und in Vergessenheit geraten.
Dann möchte ich Ihnen ein weiteres Medienereignis ins Gedächtnis rufen. Bei der großen Sturmkatastrophe auf den Philippinen vor wenigen Wochen erzielte eine besondere Nachricht eine sehr hohe Medienaufmerksamkeit. Am Tag nach dem Sturm wurde inmitten der Trümmer ein gesundes Baby geboren und schaffte es auf alle Titelseiten und in die Abendnachrichten.
Was haben Steinbrück und dieses Baby gemeinsam? Sie zeigen sehr deutlich, welche Ereignisse wir in besonderer Weise in unserem Gedächtnis behalten. Es sind News, die Personen betreffen und uns dabei überraschen oder die gar einen Skandal beinhalten. Bei solchen Nachrichten kann man sehr sicher davon ausgehen, dass sie es in die Medien schaffen und – noch viel wichtiger- dass wir uns auch nach längerer Zeit noch daran erinnern.
Nun muss man nicht wie Steinbrück ständig das Fettnäpfchen oder gar die gezielte Provokation suchen, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Ja, in diesem Fall erwies sich seine Strategie – sofern es überhaupt eine war – als kontraproduktiv. Denn Steinbrück erntete damit eine in der Summe sehr negative Berichterstattung. Doch man kann daraus und vor allem vom kleinen Baby auf den Philippinen lernen, dass Menschen sich in erster Linie für Menschen interessieren. Entgegen der bekannten Regel „only bad news are good news“ sind dies durchaus auch positive Geschichten von oder über Menschen.
Das können auch Sie in Ihrer PR-Strategie und vor allem bei Ihren Medienauftritten nutzen, wenn Sie im Gedächtnis der Zuschauer haften bleiben wollen. Machen Sie Ihren Auftritt persönlich! Erzählen Sie Geschichten über Menschen und nicht über Dinge! Machen Sie Ihr Anliegen persönlich! Dann wird es verstanden und das Publikum mag Sie.
Mehr Tipps zu Ihrem gelungenen Medienauftritt finden Sie im Buch „Medientraining“ von Christian Schmid-Egger

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